Die Idee des Innehaltens: Wie oft haben Sie heute schon innegehalten?

In der Meereswelt finde ich das Konzept des Anlegens faszinierend. Schiffe und Boote werden in eine Bucht gebracht, bevor sie sich auf eine weitere anstrengende Reise ins unbekannte Meer begeben. Für ein erschöpftes Schiff bietet das Anlegen die Möglichkeit, sich zu erholen und Wartungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen, während es die Wärme der Sonne und vielleicht eine frische Brise der Bucht genießt.

Menschen benötigen zwar kein solches „Anlegen“ wie Schiffe, doch das Konzept des persönlichen „Ankerns“ kann auch unsere Lebensreise bereichern. Dazu gehört, bewusst Pausen einzulegen, um neue Kraft zu tanken, nachzudenken und sich zu erholen – sich für einen Moment vom Alltag zurückzuziehen, hilft unserem Geist, unseren Emotionen und unserer Psyche, die Ereignisse des Tages besser zu verarbeiten. Indem wir uns in solchen Momenten der Ruhe eine Auszeit nehmen, schaffen wir Möglichkeiten für aktive Erholung, die wir uns im hektischen Alltag oft vernachlässigen.


Indem Sie sich in hektischen Alltagssituationen bewusst Pausen gönnen, schirmen Sie Umweltreize ab und reduzieren Überstimulation – eine der Hauptursachen für stressbedingte Erkrankungen. Ihr Nervensystem kann sich so von den alltäglichen Belastungen erholen und Stressansammlungen im Körper vorbeugen. Oftmals sind es gerade diese kleinen, alltäglichen Stressfaktoren, die sich in verschiedenen Körperregionen festsetzen und körperliche Schmerzen verursachen.

Aktive Pausen müssen nicht lange dauern. Schon wenige Minuten oder sogar Sekunden genügen. Wichtig ist, dass Sie die Pause bewusst gestalten, um ihre Wirkung zu entfalten.

So wie wir uns tagsüber voll und ganz auf unsere Arbeit konzentrieren, versuchen Sie auch bei aktiven Pausen, diese oder die Übergänge zwischen Aktivitäten zu unterbrechen und innezuhalten. Unterbrechen Sie Ihre tägliche Tätigkeit und gönnen Sie sich eine kurze Auszeit – wie Schiffe im Hafen.

Sie können sich erlauben, sich auf das zu konzentrieren, was in Ihrem Körper oder Geist vor sich geht – quasi als eine Art Selbst-Check-in –, Ihre Gedanken, Gefühle und Emotionen zu überprüfen und zu spüren, wie es Ihnen körperlich geht.

Hier ein paar Tipps, wie Sie das „Anhalten“ in Ihren Alltag integrieren können!

Pause und Pranayama –

Ihr Atemrhythmus passt zu Ihrem Körperzustand. Einfach ausgedrückt: Bei Stress oder Angst atmen Sie schneller. In entspanntem Zustand ist Ihre Atmung automatisch langsamer. Gönnen Sie sich also eine kleine Auszeit im hektischen Alltag, indem Sie innehalten und sich auf Ihren Atem konzentrieren. Atmen Sie bewusst so lange wie möglich ein und noch länger aus. Je länger Sie versuchen zu atmen, desto langsamer wird Ihre Atmung. Langsames Atmen beruhigt Ihr Nervensystem und hilft Ihnen, sich besser auf Ihre nächste Aufgabe zu konzentrieren. Wiederholen Sie dies ein paar Mal und Sie werden schon bald eine entspannende Veränderung in Ihrem Körper spüren!

Sanfte, aber achtsame Dehnung –

Schon ein einfacher Positionswechsel kann Ihnen helfen, einen Unterschied in Ihrem Körper zu spüren. Wenn Sie beispielsweise zu lange am Computer sitzen, verlassen Sie Ihren Schreibtisch und suchen Sie sich einen Platz, um bewusst verschiedene Körperteile zu dehnen – entweder von Kopf bis Fuß oder umgekehrt. Während Sie dehnen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um nicht an Ihre täglichen Aufgaben zu denken, sondern konzentrieren Sie sich ganz auf das Gefühl der Dehnung. Bevor Sie sich wieder Ihrer Arbeit widmen, nehmen Sie sich noch einmal einen Moment Zeit, um die wohltuende Wirkung der sanften Dehnung zu spüren!

3. Achtsame Essenspausen:

Verwandeln Sie Ihre Mahlzeiten oder Snackpausen in Momente der Achtsamkeit. Genießen Sie nicht nur Ihr Essen, sondern gönnen Sie sich auch eine Pause vom Alltag. Konzentrieren Sie sich stattdessen bewusst auf Ihr Essverhalten – kauen Sie achtsam und machen Sie eine kurze Pause vor dem nächsten Bissen. Anstatt Ihr Essen schnell hinunterzuschlingen, nehmen Sie sich Zeit, jeden Bissen zu genießen und sich auf Geschmack, Konsistenz und Aroma zu konzentrieren. Vermeiden Sie Ablenkungen wie Bildschirme oder das Überprüfen Ihres Handys während des Kauens. Dies wird Ihnen nicht nur helfen, Ihr Verhältnis zum Essen zu bereichern, sondern auch sicherstellen, dass Sie die Nährstoffe optimal aufnehmen. Achtsames Essen ist der Schlüssel! Es steigert Ihren Genuss beim Essen und fördert gleichzeitig Entspannung und Verdauung.

4. Zeit in der Natur verbringen:

Tauchen Sie ein in die Natur, und sei es nur für ein paar Minuten! Gehen Sie nach draußen und machen Sie einen Spaziergang in einem nahegelegenen Park oder einer Grünanlage. Nehmen Sie sich Zeit, die Natur zu beobachten und zu genießen – das Grün, die Textur des Grases und die Düfte der Pflanzen. Studien haben gezeigt, dass Zeit in der Natur Stress reduziert und das Wohlbefinden steigert. Sie ist somit ein wertvoller Bestandteil aktiver Erholung. Wenn Sie keine Zeit für einen Spaziergang im Grünen haben, gießen Sie Ihre Zimmerpflanze und beobachten Sie einfach ein paar Minuten lang achtsam, wie gut sie wächst!

Tagebuch führen oder reflektieren:

Nehmen Sie sich täglich Zeit, um innezuhalten und über Ihre Erlebnisse nachzudenken. Im hektischen Alltagstrubel muss Ihr Gehirn ständig viele Eindrücke verarbeiten. Nutzen Sie das Schreiben in einem Tagebuch, um ein paar Sätze festzuhalten – beschäftigt Sie ein Gedanke, der Sie von Ihrer eigentlichen Aufgabe ablenkt? Oder haben Sie eine kreative Idee im Kopf, die Sie nicht vergessen möchten? Schreiben Sie sie einfach auf und freuen Sie sich am Ende des Tages über eine Seite voller interessanter Gedanken!

Schreiben kann eine therapeutische Praxis sein, die Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit fördert und ein wunderbares Werkzeug ist, um Emotionen zu verarbeiten, Ziele zu setzen und Dankbarkeit zu entwickeln!

Ritual zur Selbstfürsorge:

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um in sich hineinzuspüren und sich zu fragen: „Wie geht es mir gerade wirklich?“ Bei all der Interaktion mit der Außenwelt vergessen wir oft, was in uns vorgeht. Trinken Sie einen Schluck Wasser, spüren Sie in sich hinein und halten Sie inne, um sich daran zu erinnern, dass es Ihnen gut geht! Dies ist auch ein wunderbarer Moment, um sich selbst Dankbarkeit und Wertschätzung entgegenzubringen. Schenken Sie sich etwas Selbstliebe!

Soziale Kontakte pflegen:

Wenn Ihnen viele Gedanken durch den Kopf gehen, kann es wahre Wunder wirken, sich mit jemandem zu treffen. Planen Sie solche Treffen ein, um sich in tiefgründige Gespräche zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und Beziehungen zu stärken. Eine kurze, aber intensive menschliche Verbindung und die Suche nach Unterstützung – etwas, das heutzutage so oft in Vergessenheit gerät – können Ihr emotionales Wohlbefinden deutlich verbessern.

Denken Sie daran: Egal, was Sie in Ihren Pausen tun oder wie lange Sie diese auch dauern, seien Sie bewusst im Hier und Jetzt.

Inmitten der Hektik des Alltags und all der Verpflichtungen ist es genauso wichtig, sich um sein Inneres zu kümmern! Versuchen Sie an Ihrem nächsten Arbeits- oder Schultag, sich immer mal wieder eine Auszeit zu gönnen. Schaffen Sie sich einen festen Ort der Ruhe, damit dies zur Gewohnheit wird. Das kann Ihre Lieblingscouch im Büro sein oder Ihr Balkon voller Pflanzen. Denken Sie daran: So wichtig Produktivität auch ist, bewusste und aktive Erholung ist genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger!

Das Konzept des „Docking“ steht für GEWISSE, AKTIVE RUHE.

Docking bedeutet, bewusst aus dem Alltag auszubrechen und sich einen Moment Zeit für sich selbst zu nehmen – egal, was Sie in diesen Momenten tun oder einfach gar nichts tun!

3 Comments

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